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Die Bevölkerung nennt ihn bald liebevoll den „Ikarus vom Lautertal“. Er gehört dazu, wird zum ersten Mal in
seinem Leben vorbehaltlos akzeptiert und bewundert.
Ab Anfang der 80er Jahre kamen Freunde von Mesmer auf die Idee, seine Erfindungen und Kunstwerke einer
größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Ausstellungen, unter anderem in Wien, Mannheim, Lausanne und Ulm
wurden überall begeistert aufgenommen. Den absoluten Höhepunkt seiner späten Karriere erlebte Mesmer 1992.
Eines seiner Flugfahrräder stand auf der Weltausstellung in Sevilla im Deutschen Pavillon. Thema dort:
„Der Traum vom Fliegen“.
Ein Jahr später kehrte Gustav Mesmer endgültig in seine Heimatgemeinde Altshausen zurück. 64 Jahre nach dem
Kirchenvorfall und der Einweisung in die Psychiatrie. In einer großen Ausstellung wurde gezeigt, was der
„Ikarus vom Lautertal“ in den letzten Jahrzehnten geschaffen hat. Eine späte Rehabilitierung des mittlerweile
anerkannten Erfinders und Künstlers. Und was ihn dabei besonders freute: Auf der Ausstellungs-Einladung stand
Gustav Mesmer: Flugradbauer von Altshausen.
Ob er denn wirklich mal geflogen sei mit einem seiner Fluggeräte, wurde er öfter gefragt. Ja, antwortete er
verschmitzt, einmal habe es ihn fast 50 Meter ins Tal hinunter getragen, aber leider sei niemand dabei gewesen.
Weihnachten 1994, kurz vor seinem 92. Geburtstag, ist Gustav Mesmer gestorben.
Holger Reile
Abdruck, auch in Auszügen, nur nach vorheriger Rücksprache mit dem Autor oder der Stiftung.
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